Wear your tragedies as armor, not shackles.

Über manche Sachen habe ich noch nie nachgedacht.
Über den Nachhall bestimmter Berührungen zum Beispiel. Darüber, ob es Engel wirklich gibt. Nicht so, wie wir sie kennen, sondern in anderer Form. Ich habe nie über das omnipräsente Ding in mir nachgedacht, was unbedingt beim Namen genannt werden möchte. Wenn wir etwas nicht finden, etwa die große Liebe, dann sollen wir es vielleicht nicht finden, und vielleicht hat das seinen Grund.
Dafür habe ich viel über den Tod nachgedacht und über all die Menschen, die ich liebte, als wären sie wahrhaftige Engel. Wenn ich eines kann, dann ist es lieben. So doll, wie ich geliebt werden wollte. Aber vielleicht soll ich nicht gefunden werden. Und ja, es hat vielleicht seinen Grund.
Ich weiß nicht was das in mir ist. Es ist kein Gefühl, das durch einen anderen Menschen ensteht, es ist ein Gefühl, das in mir geboren wurde und durch meine Hand wächst. Ich glaube, es ist Lebensgefühl. Es ist keine Liebe, es ist Leidenschaft. Es ist noch viel schöner als Liebe.
Ich mache es zum Nachhall meiner Tragödien.

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Nur geteilte Liebe ist Liebe.

Vielleicht sollte ich mal wieder schreiben. Über das alleine sein. Über das niemanden lieb haben können. Aber darüber schreiben macht die Einsamkeit so intensiv und die Liebe, die ich zu geben habe so präsent, dass sie mich erdrückt. Einsamkeit ist gar keine Leere. Einsamkeit ist all die Liebe, die man in sich trägt und nicht loswird. Ungeteilte Liebe ist nämlich keine Liebe, das ist Schmerz. Immer.

Man soll lieben, soviel man kann, und darin liegt die wahre Stärke, und wer viel liebt, der tut auch viel und vermag viel, und was in Liebe getan wird, das wird gut getan. – Van Gogh

Aber ich male mir schöne Dinge und all diese Dinge liebe ich wie einen Freund. Do everything with love. Alles, was du lieben kannst, kann dich über Wasser halten. Jedes kleinste Ding auf dieser Welt.

unii

Tanzende Seelen

Und während der Schein in deinen Augen erlischt, sind die Lichter noch an. Aber keiner wohnt mehr da. Wie zart ein Menschenleben ist, so intensiv und empfindlich wie die Flamme auf einem Docht. Ein Windzug und sie ist aus.
Manche Leute begehen Suizid, aber ich glaube nicht, dass man sich selber auspusten kann. Das heißt, ich glaube, man kann durch seine eigene Hand sterben, aber die Gründe dafür wehen von allen Seiten zu einem hin, bis man sich diesen Winden ergibt.
Jemanden zu verlieren ist kein Ereignis das einen überrollt, es ist ein dauerhafter Zustand, so wie die Dunkelheit. Nach Verlieren kommt verloren und so fühlt man sich in Dunkelheit, selbst wenn man sich an einem Ort befindet, der einem bekannt ist. Die Seele ist warm und zart wie eine kleine Flamme. Ich frage mich wohin die Lichter wandern und ob sie wohl mit anderen tanzen können. Ich fand die Vorstellung immer so schön, dass sie nach dem Tod als Stern am Himmel leuchten, aber jetzt bin ich erwachsen und die Wissenschaft drängt sich wie so oft ganz schön frech in das Reich meiner Imagination. Nur weil du es nicht verstehst, heißt das nicht, dass es nicht wahr ist. Wie wahr. Und vielleicht bist du ja doch ein Stern und Sternschnuppen Schutzengel. Realität, bitte lass mir das Reich meiner Fantasie.

merlin

Momentmenschen: Ein Sack voll Liebe

Ich will den gut gemeinten Rat obskurer Leute befolgen. Ich will den Spinnen folgen. Nicht den Schmetterlingen. Ich glaube, in der Luft nichts handfesteres zu finden, als den Grundriss meiner Träume. Nein, nein. Ich will etwas, das ich anfassen kann. Eine Hand. Und dann will ich mich mit dir an den Rand der Stadt wagen, Grenzgang, nachts. Dort, wo man inmitten einer Grünfläche umgeben von einer Reihe Hotels und Gaststätten die ersten Rehe sieht, die einen in der Bewegung erstarrt mit ihren großen, schwarz glänzenden Augen fixieren. Wer zuerst blinzelt.
Ich will mich durchbeißen. Zusammen mit dir durch aus Langeweile geflochtener Lakritzschneckenzöpfe vor dem Fernseher und selbst gebackenem, deformiertem Gebäck am Sonntagmorgen. Weil daraus unser Leben auch besteht. Und wer sich einmal verliebt hat, der weiß, dass Glück durch solche Momente definiert ist. Was wäre das erst für ein Glück, wenn ich so ein Moment für dich wäre? Aber ich bin einfach nur jemand, der in der sechsten Klasse als einziges Mädchen im freiwilligen Physikkurs um 17 Uhr saß, während die anderen mit ihren Freundinnen unterwegs waren. Ich erinnere mich noch daran, wie ich als einzige fast umfiel, als ein kleines Säckchen Blei durch die Klasse von Schüler zu Schüler geworfen wurde. Auf Klassenreisen war ich das einzige Mädchen, das mit den Jungs Fußball spielen durfte, weil sie es cool fanden, dass ich ein paar Tricks konnte.

Ich war so Vieles in meinem Leben, aber noch nie der Moment. Ich glaube nicht, dass viele Leute vielen anderen solche Momente verpassen. Ich denke, das sind sehr wenige Menschen und das nennt man dann vielleicht Charisma. Aber eigentlich würde mir einer doch schon ausreichen.

Ich will eigentlich bloß, dass mich ein Sack voll Leben nicht umhaut. Ich will, dass mich nichts umhaut, außer die Liebe, die ich in dir vielleicht finde. Wenn ich eines Tages für einen Moment nur irgendein Moment sein dürfte, an den ich mich nicht mal mehr erinnern könnte, dann hätte das Leben schon weitaus mehr Sinn, als wenn ich in der Dauer eines ganzen Lebens nur ein Irgendjemand gewesen wäre, den ich täglich mit aller Kraft versuche zu vergessen.

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Pflasterkinder

This pain will be useful

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Die Luft ist mit Erinnerungen vergiftet. Sie hängen in der Luft wie ein schweres Parfum und haften genauso bitter auf meiner Zunge. Ich kann nicht atmen taumele und falle hin, aber ich klebe mir Pflaster auf die aufgeschürften Knie und laufe weiter.
Für meine Träume scheint jeder Tag zu kurz und mein Körper viel zu schwach für den nur kürzesten Tag. Als Kind habe ich so oft gespielt, dass ich sterbe und jetzt versuche ich zu spielen, dass ich lebe.
Ich habe den Tod in unzähligen Filmen und Serien gesehen, aber wenn du ihn das erste mal flüchtig in einem anderen Menschen siehst, bevor er ihn dir wegnimmt, dann hast du ein paar dringende Fragen an ihn. Obwohl ein Kennenlernen mit dem Tod das wohl letzte ist was man tut, habe ich mir beizeiten nichts sehnlicher herbei gewünscht, als ein Treffen mit ihm. Ich habe in allen Tönen nach ihm gerufen, welche die Hysterie kennt. Habe so laut gefleht, wie meine Erinnerungen stark sind. Und so sehr aufbegehrt, dass meine Lunge drohte zu bersten. Genau wie jetzt.
Aber irgendwann steht er persönlich vor dir und du fragst dich auf einmal, wie man ihn spielen konnte, wo man doch so gar keine Ahnung davon hat, wer er eigentlich ist. Man trifft ihn schließlich zuletzt und keiner der je mit ihm gesprochen hat, kehrt zurück um dir von ihm zu erzählen. Aber ich glaube, dass er mir heute – an einem sehr, sehr langen Tag – geantwortet hat, bevor ich wieder Luft bekam.
„Für manche Träume reicht das Leben nicht aus, aber es gibt noch andere Wege für dich, Pflasterkind.“